Marokkanische Sahara: London versichert, dass der marokkanische Autonomieplan „der einzige glaubwürdige Ausweg“ sei

Veröffentlicht am 24. April 2026 um 11:57

Yvette Cooper, die britische Staatssekretärin für auswärtige Angelegenheiten, empfing am Donnerstag, dem 23. April, ihren marokkanischen Amtskollegen Nasser Bourita in den Räumlichkeiten des Außenministeriums in London. Im Mittelpunkt der Gespräche stand die Sahara-Frage, bei der London beschlossen hat, keinen Millimeter von seiner Position abzuweichen. Im Anschluss an das Treffen bekräftigte Frau Cooper unmissverständlich die Unterstützung ihrer Regierung für den von Marokko vorgeschlagenen Autonomieplan.

„Dies ist die glaubwürdigste, tragfähigste und pragmatischste Grundlage für den Frieden in der Sahara“, erklärte sie und griff damit die Formulierung auf, die bereits beim marokkanisch-britischen Strategiedialog am 1. Juni 2025 in Rabat festgeschrieben wurde.

Ein klarer Fahrplan, um aus der Sackgasse herauszukommen

Die britische Botschaft soll sowohl entschlossen als auch umsetzbar sein. Die Außenministerin betonte, wie dringend es für alle Parteien – einschließlich Algeriens, dem wichtigsten Unterstützer der Polisario-Front – sei, unverzüglich an den Verhandlungstisch unter der ausschließlichen Schirmherrschaft der Vereinten Nationen zurückzukehren. Keine Alternative, so deutete sie an, könne zu einer dauerhaften Lösung führen.

Der marokkanische Autonomieplan, der der sahrauischen Bevölkerung die lokale Verwaltung ihrer Angelegenheiten im Rahmen der nationalen Souveränität garantiert, wird von London als einziger Kompromiss dargestellt, der politischen Realismus und die Achtung des Völkerrechts in Einklang bringen kann.

Von Worten zu Taten: Mobilisierung an drei Fronten

Entsprechend seiner Verpflichtung beabsichtigt das Vereinigte Königreich nun, auf drei sich ergänzenden Ebenen aktiv zu werden:

  • Auf bilateraler Ebene: Stärkung des wirtschaftlichen und sicherheitspolitischen Austauschs mit Rabat, begleitet von der Unterstützung von Entwicklungsprojekten in den südlichen Provinzen.
  • Auf regionaler Ebene: Sensibilisierung der afrikanischen Partner, insbesondere im Maghreb und in der Sahelzone, um den Konsens rund um die marokkanische Initiative zu erweitern.
  • Auf internationaler Ebene: aktive Verteidigung dieser Position im Sicherheitsrat und in den UN-Gremien.

Die bilaterale Partnerschaft in voller Blüte

Über die Sahara-Frage hinaus hob Yvette Cooper die hervorragenden Beziehungen zwischen London und Rabat hervor. Sie betonte insbesondere, dass „die Partnerschaft mit dem Königreich Marokko eine wertvolle Quelle für die Völker beider Länder darstellt“.

Zu den konkreten Perspektiven, die angesprochen wurden, gehört vor allem die Fußball-Weltmeisterschaft 2030, die Marokko gemeinsam mit Spanien und Portugal ausrichtet. Das Vereinigte Königreich hat aufgrund seiner Erfahrung bei der Organisation von Großveranstaltungen (Olympische Spiele 2012, Euro 2020) sein Fachwissen in den Bereichen Logistik, Sicherheit und Sportinfrastruktur angeboten.

Britische Unternehmer führen zudem Gespräche über Investitionen in erneuerbare Energien und die blaue Wirtschaft in den Regionen Dakhla und Laâyoune – ein Zeichen dafür, dass die politische Unterstützung nun mit einer konkreten wirtschaftlichen Zusammenarbeit einhergeht.

Ein diplomatisches Kräfteverhältnis im Wandel

Diese neue britische Stellungnahme reiht sich in eine Reihe bedeutender Unterstützungsbekundungen ein. Seit 2020 haben die Vereinigten Staaten, Deutschland, Spanien, Frankreich und die Niederlande nacheinander den marokkanischen Autonomieplan als die seriöseste Lösung anerkannt. London, ständiges Mitglied des Sicherheitsrats, stärkt diese Dynamik und isoliert die Unabhängigkeitsbestrebungen ein wenig mehr.

Für Marokko stellt diese Anhäufung internationaler Anerkennungen wenige Monate vor den nächsten UN-Konsultationen einen großen Vorteil dar. Für Algerien und die Polisario-Front hingegen zieht sich die diplomatische Schlinge unaufhaltsam zu.

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