Rabat – Der Besuch des deutschen Außenministers Johann Wadephul in Rabat (30. April bis 1. Mai) wurde in den deutschen Medien ausführlich behandelt. Migration, Wirtschaft, Sahara, UNO und sogar Fußball: Die deutschen Schlagzeilen heben die sich rasant entwickelnden bilateralen Beziehungen hervor.
Zum Thema Migration: eine „Win-Win-Win-Situation“
Morgenpost.de (1. Mai) sieht in dem deutsch-marokkanischen Abkommen ein ausgewogenes Modell: Deutschland rekrutiert marokkanische Talente (Jugendarbeitslosenquote bei 37 %), Marokko verringert den Migrationsdruck, und Auswanderungswillige finden einen legalen Weg. Regelmäßige Treffen seit 2022 erleichtern sowohl die qualifizierte Einwanderung als auch die Rückkehr.
Zur Wirtschaft: Marokko, „aufstrebende Macht“
Stern (30. April) titelt über Sektoren mit hohem Potenzial: Automobil, Wasserstoff, erneuerbare Energien, Maschinenbau. Wadephul (CDU) ruft deutsche Unternehmen zu mehr Investitionen auf, während Nasser Bourita ein günstiges Geschäftsklima verspricht. DW Arabe erinnert daran, dass Marokko bereits das zweitwichtigste Ziel für deutsche Investitionen in Afrika ist.
Zur Sahara: klare Unterstützung für die UNO
Table.media.de (1. Mai) berichtet, dass der deutsche Minister seine Unterstützung für Marokko im Sahara-Konflikt zum Ausdruck gebracht hat, und verweist dabei auf bereits angekündigte Investitionen deutscher Firmen. Wadephul bekräftigte Berlins Bekenntnis zur UN-Resolution 2797 (Oktober 2025) und zu einer Verhandlungslösung.
UN-Thema: Marokko unterstützt Berlin
Die Berliner Zeitung (30. April) merkt an, dass der Besuch auch darauf abzielte, Marokkos Unterstützung für die deutsche Kandidatur für einen nichtständigen Sitz im UN-Sicherheitsrat im Jahr 2027 zu gewinnen. Ziel erreicht: Nasser Bourita hat offiziell seine Unterstützung zugesagt.
Das Bild: Ein Minister in Fußballschuhen
T-Online und Sport.de (30. April) haben Wadephul auf einem Fußballplatz an der Seite der Spielerinnen der marokkanischen Nationalmannschaft verewigt. „Eine neu interpretierte Außenpolitik“, kommentiert T-Online und lobt diese Geste informeller Diplomatie.
Die Analyse von Experten (DW Arabisch)
Drei von DW Arabisch eingeladene Experten bestätigen den positiven Wendepunkt:
Mehdi Lahlou: Deutschland entwickelt sich in der Sahara-Frage positiv; Marokko hat nun die Wahl seiner Partner.
Andreas Reinicke: Deutsche Unternehmen können in den von Rabat kontrollierten Gebieten investieren; Deutschland hat nichts dagegen.
Hassan Obeid: Marokko verwaltet seine strategische Autonomie, Deutschland legt den Schwerpunkt auf die Wirtschaft.
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