Gründung des Marokkanischen Ärztevereins Deutschland (MÄD): eine Brücke zwischen zwei Gesundheitssystemen

Veröffentlicht am 18. Mai 2026 um 22:33

Langenselbold bei Frankfurt – Die marokkanische Ärzteschaft in Deutschland hat einen historischen Meilenstein erreicht. Die in Deutschland lebenden marokkanischen Ärzte haben anlässlich der ersten Ausgabe des „Tages der marokkanischen Ärzte in Deutschland“, der in Langenselbold bei Frankfurt unter dem Motto „Eine Brücke zwischen Marokko und Deutschland“ stattfand, offiziell die Gründung ihres Vereins mit dem Namen „Marokkanischer Ärzteverein Deutschland“ (MÄD) bekannt gegeben.

Rund 200 Teilnehmer und hochrangige Persönlichkeiten

An dieser Veranstaltung nahmen rund 200 Personen teil, darunter zahlreiche Ärzte und Medizinstudenten marokkanischer Herkunft. Die Feier wurde durch die Anwesenheit von I. E. Frau Zohour Alaoui, der marokkanischen Botschafterin in Deutschland, sowie von Vertretern des Ministeriums für Gesundheit und Soziales, des Ministeriums für Hochschulbildung, wissenschaftliche Forschung und Innovation, der Abteilung für im Ausland lebende Marokkaner, der Scheich-Zayed-Stiftung, des Generalkonsulats des Königreichs in Frankfurt sowie des Präsidenten des Nationalrats der Nationalen Ärztekammer Marokkos.

Die Veranstaltung findet vor einem besonderen Hintergrund statt: der Feier zum siebzigsten Jahrestag der Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen dem Königreich Marokko und der Bundesrepublik Deutschland, zwei Ländern, die laut der Botschafterin durch eine „starke und vielschichtige“ Partnerschaft verbunden sind.

Ein Verein im Dienste der gegenseitigen Hilfe und des Kompetenztransfers

Im Gespräch mit der Arabischen Maghreb-Presseagentur erläuterte der Generalsekretär des Vereins, Osama Bouayad, die Ziele der neuen Einrichtung. Der Verein zielt in erster Linie darauf ab, ein Netzwerk von Ärzten zu schaffen, das auf Synergie, Erfahrungsaustausch und beruflicher Unterstützung basiert.

Er strebt zudem an, die Verbindungen zwischen in Deutschland ansässigen marokkanischen Gesundheitsfachkräften und dem marokkanischen Gesundheitssystem durch den Austausch von Fachwissen, akademische Kooperationen und den Kompetenztransfer in zahlreichen medizinischen Fachgebieten zu stärken.

Der Verein zählt derzeit 77 offizielle Mitglieder und organisiert regelmäßig Veranstaltungen und medizinische Fortbildungskurse, an denen jeden Monat zwischen 100 und 150 Teilnehmer teilnehmen. Diese Fortbildungsprogramme decken zahlreiche medizinische Fachgebiete ab und sollen es Ärzten ermöglichen, ihr Wissen zu vertiefen, während gleichzeitig der Erfahrungsaustausch zwischen marokkanischen Gesundheitsfachkräften in Deutschland und Marokko gefördert wird.

Der Verein beabsichtigt zudem, junge marokkanische Studierende und Ärzte auf ihrem Ausbildungs- und Qualifizierungsweg zu unterstützen und gleichzeitig dazu beizutragen, die Beziehungen zu marokkanischen medizinischen Einrichtungen zu stärken sowie die Zusammenarbeit und den Kompetenztransfer im Dienste des Gesundheitswesens in Marokko zu fördern.

Die Botschafterin: „Ein außergewöhnlicher menschlicher Gewinn“

In ihrer Ansprache beschrieb Frau Zohour Alaoui die in Deutschland lebende marokkanische Gemeinschaft als „außergewöhnlichen menschlichen Gewinn“ und als „wichtigen Hebel“ zur Stärkung der Annäherung zwischen Marokko und Deutschland. Sie hob die ständige Aufmerksamkeit hervor, die Seine Majestät König Mohammed VI. den im Ausland lebenden Marokkanern stets entgegengebracht hat.

Die Diplomatin erklärte, dass es den Marokkanern in Deutschland gelungen sei, sich vollständig in die deutsche Gesellschaft zu integrieren und gleichzeitig eine starke Verbindung zu ihren Wurzeln und ihrer Identität zu bewahren. Sie würdigte die Anstrengungen und Opfer der ersten Generationen, die den Weg für die nachfolgenden Generationen geebnet hätten.

Frau Alaoui hob zudem den starken Nationalgeist und die vorbildliche Solidarität hervor, die die marokkanische Gemeinschaft in den schwierigen Zeiten gezeigt hat, die Marokko durchlebt hat, insbesondere während der COVID-19-Krise und nach dem Erdbeben in Al Haouz.

Ein Gesundheitssektor im Umbruch

Die Botschafterin hob die Rolle der in Deutschland lebenden marokkanischen Ärzte und Fachkräfte beim Transfer von Erfahrungen und Wissen hervor, insbesondere im Zusammenhang mit den von Marokko eingeleiteten Reformen in den Bereichen Gesundheitswesen, medizinische Forschung und Digitalisierung des Gesundheitssystems.

Sie unterstrich die starke Dynamik, die der Gesundheitssektor im Königreich unter der weisen Führung Seiner Majestät König Mohammed VI. an den Tag legt, und erklärte, dass dieser Sektor im Rahmen des Haushaltsgesetzes für das Jahr 2026 an oberster Stelle der Prioritäten stehe, wobei dem Gesundheitsministerium 42,4 Milliarden Dirham zugewiesen wurden, was einer Steigerung von 30 % gegenüber dem Jahr 2025 entspricht.

Dieses Rekordbudget ist Teil der umfassenden Reform des marokkanischen Gesundheitssystems, die vor allem darauf abzielt, die Krankenhäuser zu modernisieren, 8.000 Arbeitsplätze zu schaffen und die regionalen Gesundheitsverbünde flächendeckend einzuführen.

Schließlich vertrat Frau Alaoui die Ansicht, dass die Gründung des Vereins der Notwendigkeit entspreche, marokkanische Kompetenzen im Gesundheitsbereich zu bündeln, zu vertreten und aufzuwerten, und erinnerte daran, dass marokkanische Talente im Ausland dank ihres Engagements in zahlreichen strategischen Sektoren – Gesundheit, wissenschaftliche Forschung, moderne Technologien, Industrie und Unternehmertum – zum internationalen Ansehen des Königreichs beitragen.

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