Frankreich begrüßt eine „positive Dynamik“ und fordert direkte Verhandlungen auf der Grundlage des marokkanischen Autonomieplans

Veröffentlicht am 21. Mai 2026 um 13:49

Rabat, 20. Mai 2026 – Frankreich hat am Mittwoch in Rabat den laufenden UN-Prozess zur Westsahara nachdrücklich unterstützt und die jüngste Resolution 2797 des UN-Sicherheitsrats begrüßt. Minister Jean-Noël Barrot vertrat die Ansicht, dass diese Resolution „im Einklang“ mit dem von Marokko vorgeschlagenen Autonomieplan stehe, den er als „einzige Grundlage für eine gerechte, dauerhafte und ausgehandelte politische Lösung“ bezeichnete.

Ein für Marokko günstiges multilaterales Umfeld

Die wenige Wochen zuvor verabschiedete Resolution 2797 verlängert das Mandat der Mission der Vereinten Nationen zur Organisation eines Referendums in der Westsahara (MINURSO) und bekräftigt den Vorrang des politischen Prozesses unter der Schirmherrschaft des persönlichen Gesandten des Generalsekretärs. Im Gegensatz zu den Vorjahren betont dieser Text stärker die Notwendigkeit, „direkte Gespräche“ zwischen den Parteien – Marokko, Polisario, Algerien und Mauretanien – ohne Vorbedingungen wieder aufzunehmen.

Marokko hat diese Resolution positiv aufgenommen, die die Selbstbestimmung nicht ausdrücklich als einzigen Ausweg nennt, sondern eine „realistische, pragmatische und dauerhafte“ Lösung fordert. Paris sieht darin eine implizite Bestätigung des marokkanischen Ansatzes.

Frankreich, aktiver Unterstützer des Verhandlungsprozesses

Herr Barrot erklärte, Frankreich „begrüße diese positive Dynamik sowie die Wiederaufnahme direkter Gespräche zwischen allen Beteiligten auf der Grundlage des Autonomieplans“. Er forderte alle Parteien, insbesondere Algerien – das die Polisario unterstützt –, auf, sich ohne Vorbedingungen und in gutem Glauben an diesen Verhandlungen zu beteiligen.

Frankreich, ständiges Mitglied des Sicherheitsrats, spielte eine Schlüsselrolle bei der Ausarbeitung des Wortlauts der Resolution 2797. Laut diplomatischen Quellen setzte sich Paris dafür ein, dass der Text die Autonomie als bevorzugten Weg hervorhebt, wobei gleichzeitig ein rhetorisches Gleichgewicht gewahrt wurde, um einen Konsens im Rat nicht zu blockieren.

Die kommenden Herausforderungen

Trotz dieser Fortschritte bleibt der Prozess fragil. Der persönliche Gesandte des Generalsekretärs, dessen Posten mehrere Monate lang unbesetzt war, muss noch bestätigt werden. Zudem bestreitet Algerien weiterhin die Legitimität des Autonomieplans und fordert ein Referendum, das die Option der Unabhängigkeit beinhaltet.

Mit der entschiedenen Unterstützung Frankreichs und anderer westlicher Mächte (USA, Vereinigtes Königreich, Deutschland) scheint Marokko jedoch in der Lage zu sein, seine diplomatischen Erfolge zu festigen. Der nächste Schritt wird die Durchführung einer neuen Verhandlungsrunde in Genf unter der Schirmherrschaft der UNO vor Ende 2026 sein. Paris hat versprochen, sich dort aktiv zur Unterstützung Rabats zu beteiligen.

Indem Frankreich auf diese Weise sein Bekenntnis zur Resolution 2797 und zur Autonomie-Logik bekräftigt, hofft es, dazu beizutragen, den Stillstand zu überwinden, der diesen regionalen Konflikt seit fast einem halben Jahrhundert lähmt.

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